Doepkes Lichtlerforum | Die Referenz
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Doepkes Lichtlerforum


Das Lichtlerforum ist längst eine feste Institution in der Branche. Wir fragten den Gründer und Betreiber Michael Doepke nach Hintergründen und Perspektiven.


DieReferenz: Herr Doepke, Sie betreiben das Lichtlerforum. Wann haben Sie damit angefangen, und wie sind Sie dazu gekommen?

Michael Doepke: Das Lichtler-Forum wurde im Mai 1999 gegründet, existiert also seit nun mehr knapp neun Jahren. Auslöser war das Zusammentreffen einiger Kollegen, die seit damals regen Diskussionsaustausch per E-Mail hatten und noch haben. Eine passende Plattform gab es damals für uns noch nicht, also habe ich sie gegründet.

DieReferenz: Wie hat sich das Forum aus Ihrer Sicht seitdem entwickelt?
Doepke: Insgesamt überaus positiv. Nach dem in den ersten Jahren die Steigerungsraten sehr hoch waren, sind mittlerweise über 2.000 Mitglieder im Lichtler-Forum organisiert. In dieser Zeit wurden knapp 40.000 Beiträge geschrieben.

DieReferenz: Viele Themen kreisen um bestimmte Produkte und deren Einsatz in der Praxis. Wie geht die Industrie mit Ihnen um?
Doepke: Es gibt teilweise hervorragenden Support seitens der Hersteller und der großen Vertriebsfirmen, oft sogar durch die jeweilige Geschäftsleitung. Viele Unternehmen und Verleiher lesen zumindest aktiv mit, von einigen Firmen werden wir schlicht ignoriert.

 

DieReferenz: Man kenn es aus anderen Foren: Manche Leute haben viel Zeit und schreiben gern, andere sind eingespannt, hätten aber viel zu erzählen. Gibt es das Phänomen auch bei den Lichtlern, und wie gehen Sie damit um?
Doepke: Die viel eingespannten Profis schreiben natürlich seltener, dann allerdings meist sehr gehaltvolle Sachen. Das dürfte ein Grundproblem aller kostenlosen Foren sein. Ich glaube aber, dass sich im Lichtler-Forum über die Zeit ein sehr hohes "Gesamtwissen" angesammelt hat.

DieReferenz: Von der Form her ist das Lichtlerforum ja schon fast konservativ gegenüber modernen Blogs. Ist das so noch zeitgemäß, oder geht es gar nicht anders, weil man einen Moderator sozusagen auch als Zensor braucht?
Doepke: Tatsächlich ist das Lichtler-Forum an sich gar kein Forum im technischen Sinne, sondern eher eine Mailingliste. Das hat für die Mitglieder den Vorteil, dass alle Beiträge quasi von selbst zugestellt werden und man sie nicht (zeitaufwändig) ersurfen muss.
Tatsächlich denke ich immer wieder und auch schon seit Jahren über eine Modernisierung in Richtung eines Forums oder ein wiki nach. Da ich selbst aber auch sehr viel unterwegs bin, empfinde ich die Kommunikationsform "e-Mail" als extrem praktisch.


DieReferenz: Sie sind selbst als freiberuflicher Techniker unterwegs. Kommt da nicht der Vorwurf von Kollegen, Sie würden das Forum als Werbeplattform für eigene Interessen missbrauchen?
Doepke: Der Vorwurf wurde mir direkt bisher noch nicht gemacht. Ich versuche bewusst, meine beruflichen Tätigkeiten und meine Rolle als Gründer und Moderator strikt zu trennen. Ich gebe mich möglichst "unbestechlich" und loyal und versuche die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Letztlich sind in der Zielgruppe des Lichtler-Forums überwiegend Kollegen vertreten, so dass persönliche Werbung vermutlich ins Leere laufen würde. Nichts desto Trotz gibt es immer wieder Stellenausschreibungen und kurzfristige Jobangebote im Lichtler-Forum, auf die ich mich natürlich wie jeder andere auch gegebenenfalls bewerbe.

DieReferenz: Generell zum Thema Kollegen: Es sind ja sehr viele Freiberufler unterwegs. Können die überhaupt miteinander umgehen, ohne jeweils den anderen abzukanzeln?
Doepke: Das klappt im Lichtler-Forum sehr gut, auch wenn es natürlich immer mal wieder kleinere "Scharmützel" gibt, die aber überwiegend aus der speziellen Kommunikation innerhalb des Mediums herrühren. Wenn trotzdem jemand Mist baut, also zum Beispiel persönliche Angriffe oder diskriminierende Äußerungen tätigt, hole ich die bei allen Mitgliedern gefürchtete "Moderatoren-Keule" aus dem Keller und schreite moderativ ein.

DieReferenz: Hat sich die Konkurrenzsituation in den Jahren geändert?
Doepke: Ja, absolut. Früher waren wir alle, auch wenn es abgedroschen klingt, "eine große Familie" von - ich sag mal - "Freaks" mit hoher Motivation und selbst erfahrenem Wissen. In den letzten Jahren drängen viele Fachkräfte auf den Markt, die ihre Leistung gelegentlich zu deutlich zu niedrigen Preisen anbieten.

DieReferenz: Sie haben sicher viele Lichtler kommen und sich entwickeln sehen. Wie sehen Sie die Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten heute?
Doepke: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Als Ausbilder und Dozent freue ich mich natürlich über die gestiegene Anzahl der Lehraufträge. Die resultierende Fachkräfte- und Meisterschwemme lässt allerdings leider die gefühlte Durchführungsqualität sinken, da zum Beispiel Werte wie Erfahrung oder Spontaneität nicht gelehrt werden können.

Für die Aus- und Weiterzubildenden selbst sind die Möglichkeiten heutzutage natürlich wesentlich besser als noch vor einigen Jahren. Wer also in einem guten Ausbildungsbetrieb ist, kann in ziemlich kurzer Zeit das lernen, wofür wir früher viele Jahre gebraucht haben.

DieReferenz: Zum Schluss: Wo sehen Sie das Forum in fünf Jahren?
Doepke: Das ist schwer zu sagen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass das Konzept "Lichtler-Forum" sehr gut funktioniert, so dass es keinen akuten Änderungsdruck gibt. Ansonsten versuche ich natürlich, immer die Stimmungen und Ideen der Mitglieder möglichst gut aufzunehmen, um das Forum weiter zu entwickeln.
www.lichtler-forum.de