ISE-Interview: Jim Sides | Die Referenz
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ISE-Interview: Jim Sides


Auf der ISE: Jim Sides von Meyer Sound deutet an, in welcher Richtung es weiter gehen wird: Thema Raumakustik.

Mr. Sides, wie war Ihre Anreise zur ISE?
Jim Sides: Völlig problemlos. Ich war nur überrascht, dass es da gar keinen richtigen Schlagbaum als Grenze gab.

Seit wann sind Sie in der Branche?
Sides: Eigentlich begann ich als Schlagzeuger, spielte neben des Studiums und arbeitete als professioneller Schlagzeuger bis in mein 32. Lebensjahr. Ich spielte dann noch eine Weile Jingles ein, bis ich mit einem Mal merkte, dass das nur noch ein Job war und nicht mehr ein wirklicher Lebensinhalt. In der Folge arbeitete ich als Monitor-Ingenieur bei den damaligen Cool-Jazz-Festivals, hinter denen die Zigarettenmarke Cool stand.

1986 gründete ich mit Ken De Loria die Sound-Firma Apogee Sound. Wir starteten zu dritt und entwickelten daraus einen internationalen Konzern – meine Aufgabe bis zum 28. November 1998, als ich die Firma verließ und meine Anteile verkaufte. Dann war ich etwa dreieinhalb Jahre im Management von Nexo in den USA, als John und Helen Meyer mir ein Angebot machten, seit dem 2. August 2002 bin ich nun bei Meyer Sound.

Was ist für Sie die gravierendste Veränderung seit damals?
Sides: Früher hatten wir eine ganze Reihe von Komponenten in einem Sound-System, die mehr oder weniger gut miteinander arbeiteten. Heute haben wir Systeme, die gleichbleibende Resultate liefern, unabhängig von den beteiligten Technikern.


Warum sind genau Sie eigentlich der richtige Mann für Meyer Sound in Deutschland?
Sides: Bei meinem Bewerbungs- gespräch damals fragten mich John und Helen, warum ich bei Meyer Sound arbeiten wolle, und ich sagte: 'Very clearly. My only vision in life is to make a difference.’  Und sie sagten: 'Gut, wir wollen Dich!’

Haben sich Ihre Kunden in den letzten Jahren strukturell verändert?
Sides: Vor 30 Jahren gab es in unser Branche viele Ein- oder Zwei-Mann-Firmen, die von der Hand in den Mund lebten. Da gab es keine Businesspläne, keine Investitionen oder längere Planungen. Die meisten Leute waren selbst früher Musiker. Jetzt ist da eine große Veränderung passiert. Die Branche entwickelt sich zu einer ernsthaften Industrie.

Haben Sie im Jahr 2007 in technischer Hinsicht Neuland betreten?
Sides: Absolut, wir haben mit unserem elektroakustischen Constellation-System technisches Neuland betreten. Auch einige unserer neuen Programme, an denen wir gerade arbeiten, werden für große Veränderungen sorgen. Vielleicht ist beispielsweise ein Kinobesuch bald wieder ein so unvergleichliches Erlebnis, wie es früher mal war. Das gilt auch für Konzerte. Wenn beispielsweise Metallica in Bonn spielt, das Konzert aber nach Kroatien übertragen wird und das dort auch so klingt wie in Bonn, weil man wirklich die Technik hat, die Situation in Bonn nachzubilden, dann kriegt man auch in Kroatien das Haus voll.

Haben Sie vor, im neuen Jahr 2008 technisch Neues anzupacken? Wenn ja, was?
Sides: Wie schon gesagt, arbeiten wir an Constellation, wir arbeiten an anderen Software-Systemen …

Was versprechen Sie sich generell von 2008?
Sides: Ich glaube, dass wir weiter wachsen werden, und der Grund dafür ist, dass wir es mit unserem Service-Team schaffen, dass für unsere Kunden die Erfahrung, Meyer-Sound gekauft zu haben, eine ganz andere ist und nicht vergleichbar mit dem, was viele Mitbewerber da anbieten. Wir glauben, dass das Geschäft nicht damit erledigt ist, wenn das Produkt verkauft wurde. Unser technischer Support, unsere Online-Dienste – wir stellen stets sicher, dass eine Produktion auch wirklich zum Erfolg wird.

Seit wann kennen Sie die ISE?
Sides: Ich war schon in Brüssel bei der ersten Messe dabei, und die Veränderung ist dramatisch. Wir haben letztes Jahr zum ersten Mal ausgestellt.

Was erwarten Sie von der Messe? Mit welchem Ziel sind Sie her gekommen?
Sides: Wir erwarten uns mehr Kontakte mit Profis aus der Industrie, die bei Installationen auch beim Tonmaterial auf Professionalität setzen.

Wie ist Ihr Eindruck von der Messe bis jetzt?
Sides: Wir hatten sehr viele Anfragen von neuen Interessenten mit wirklich professionellen Fragen.

Welche Bedeutung hat die ISE für Sie im Vergleich mit anderen Messen?
Sides: Das Publikum hier ist ganz anders als beispielsweise in Frankfurt. Dort trifft man viele Leute aus den Produktionsfirmen, hier sind es eher Planer und viele Entscheider. So können wir hier über viele Konzepte sprechen und größere Planungen anstoßen.

Wie wichtig sind Messen generell für Sie?
Sides: Das ist schwer zu sagen, denn hier ist es ja nicht so wie beispielsweise auf der Namm Show, wo die einzelnen Außendienstler auf den Ständen der Hersteller ihre Kabinen haben, wo sie Aufträge schreiben. Bei uns ist das anders. Wir machen Pläne, Verträge und das Geschäft passiert vielleicht ein halbes Jahr später. Von daher können wir das Ergebnis einer Messe nicht quantifizieren.

Welche Bedeutung hat das Internet für Sie und wie nutzen Sie es hauptsächlich?
Sides: Wir nutzen das Internet auf vielfältige Weise. Einmal versuchen wir, unsere Webseite so informativ wie möglich zu gestalten. Das heißt, jeder Aspekt jedes Produkts muss auf der Webseite geklärt werden. Da gehören die Pläne hin, die Maßangaben, Gewichte, die technischen Daten. Wir stellen aber nicht nur unsere Produkte vor, sondern zeigen auch, wo sie wie wofür eingesetzt wurden und werden. Dazu haben wir mit dem Programm Mapp Online ein Werkzeug, mit dem jeder Anwender überall auf der Welt seine Bühnenshow vorbereiten kann.

Wie informieren Sie sich hauptsächlich über die Branche?
Sides: Hauptsächlich beim Gespräch mit Freunden, mehr als alles andere. Natürlich lese ich all die Magazine, aber ich glaube, ich erfahre mehr über das Netzwerk an Leuten aus der Branche, die ich seit vielen Jahren kenne.

www.meyersound.de