Königliche Projektionen

12.11.2009

Christie und Spyder bei der Eröffnung der KAUST-Universität in Saudi Arabien.

Die King Abdullah University of Science and Technology - kurz KAUST - soll eine internationale, universitäre Forschungseinrichtung werden, die wertvolle Beiträge zum wissenschaftlichen Erfolg Saudi Arabiens und der gesamten Nahost-Region leisten soll. Es handelt sich hierbei um die erste koedukative Universität im Königreich. Ihr Campus erstreckt sich über 36 Quadratkilometer entlang der Küste des Roten Meeres. Das hohe Niveau der technologischen Ausstattung sollte auch bei der Eröffnungsfeier zum Ausdruck kommen, bei der 3.500 Staatsoberhäupter, Nobelpreisträger, Ehrengäste und öffentliche Würdenträger versammelt waren.

Am Nationalfeiertag Saudi Arabiens wurde dabei eines der größten Arsenale an Christie-Projektoren aufgefahren, das je bei einer einzigen Veranstaltung eingesetzt wurde. Die spektakuläre Multimillionen-Dollar-Einweihung der KAUST hat den Technischen Leiter Simon Ransom vor eine ähnlich große Herausforderung gestellt wie die Eröffnung des Atlantis Resorts im Jahr zuvor.

Erneut hat sich Simon Ransom für Christie-Projektoren entschieden. Das französische Unternehmen VLS lieferte die Hochleistungs-Projektoren von Christie zur Firma Eclipse Staging Services mit Sitz in Dubai. Diese wurde mit weiteren acht HD8K-Projektoren beliefert, die im interaktiven Ausstellungsbereich eingesetzt wurden. Für das komplexe Matrixrouting und die aufwendige Bildbearbeitung waren hochentwickelte Prozessoren notwendig. VLS stellte daher drei Vista Spyder 344, einen Spyder 380 und zwei Spyder 240 bereit.

Der Auftrag für den Aufbau und die Inszenierung der Eröffnungsveranstaltung ging an die Filmmaster Group, vertreten durch ihren lokalen Sitz Filmmaster Events Dubai, die Projektleitung übernahm Piero Cozzi. Diese wiederum verpflichtete dann Simon Ransom von der Firma „The Ramsons“, der bereits bei früheren Projekten wie etwa den Eröffnungsfeierlichkeiten zum Dubai World Cup dabei war.

Die drei temporären Konstruktionen nahmen eine Fläche von etwa 24.000 Quadratmetern ein, auf der rund 350 Techniker arbeiteten. Für die Eröffnungsfeier wurde eine bewegliche 70 m mal 15 m große Leinwandmatrix aufgebaut, die aus sieben separaten Displays bestand, alle von unterschiedlicher Form und Größe. Insgesamt 16 Christie Roadie 25K-Projektoren projizierten auf diese Fläche, die schon allein aufgrund der Größe atemberaubend war.

„Zwei Roadie 25K Projektoren projizierten Bilder auf die sieben separaten Segmente“, so Simon Ransom. „Jede Leinwand konnte einzeln auf die für sie bestimmten Bilder eingestellt werden – so dass das Video mit den Animationen sich synchron mit den Bewegungen der Leinwand mitbewegen konnte, wenn wir die Leinwände bewegt haben."

Die Leinwände wurde durch das Motion-Kontrollsystem Qmotion von Stage One bewegt. So konnten die Leinwände nicht nur unabhängig voneinander gesteuert werden, sondern auch in verschiedenen Geschwindigkeiten, was dem kreativen Leiter Daniele Zambelli volle Flexibilität verschaffte und den Gästen einen großartigen Blick auf das dahinterliegende Rote Meer bot. Von der Firma three monkeys kamen währenddessen interaktive grafische Inhalte in Echtzeit.

König Abdullah selbst startete das große Finale, indem er einen interaktiven Pylon berührte, mit dem die riesigen Projektionsleinwände in Gang gesetzt wurden. Damit begann eine spektakuläre Laser-, Licht- und Feuerwerksshow.

Bei der einstündigen Präsentation wurden mit Hilfe zahlreicher Beiträge alle Aspekte der KAUST sowie Meilensteine arabischer, islamischer und weltweiter Wissenschaftsgeschichte dargestellt. Sie wurde außerdem durch die hervorragende Beleuchtung der Inszenierung belebt. Der Lichtdirektor Tom Irthum verwendete hierbei unter anderem 50 Syncrolite-Scheinwerfer.

Im interaktiven Ausstellungsbereich wurden weitere sieben Christie Roadster S+10K und zwei Roadster HD10K DLP®Projektoren eingesetzt, um den inneren Leinwänden Leben einzuhauchen, während die acht HD8K-Projektoren von Eclipse Bilder auf die äußeren Leinwände projizierten. Für die 3D-Projektion wurde der digitale Kinoprojektor CP2000 von Christie eingesetzt.

Das Herzstück der interaktiven Installation war ein acht Meter hoher LED-Zylinder mit einem Durchmesser von sechs Metern mit 360-Grad-Animationen und vier gebogenen, ineinander übergehenden Projektionsleinwänden, die ebenfalls eine 360-Grad-Animation zeigten. Die Animationen waren synchron aufeinander abgestimmt und schufen eine eindrucksvolle Umgebung. Neben dem LED-Zylinder war eine Projektion auf einer Kugel zu sehen, die eine virtuelle Erde darstellte. Die Besucher konnten über vier Touchscreens bestimmen, welche Informationen auf der Weltkugel angezeigt werden sollten.

„Wir haben überall Christie Twist-Module verwendet, damit die 360-Grad-Panoramaprojektion und die notwendige Bildbearbeitung umgesetzt werden konnten“, so Simon Ransom. Zusätzlich dazu wurden vier interaktive Zeitleisten-Tunnels gestaltet. Zusammen mit einem Laser-Ortungssystem konnten die Besucher interaktiv Animationen auslösen, indem sie an der Zeitleiste entlangliefen oder indem sie vor den Bildschirmen winkten. Schließlich wurden noch 23 holografische Touchscreens mit einer vollständig animierten 3D-Benutzeroberfläche im gesamten Ausstellungsbereich installiert, zusammen mit vier interaktiven Couch-Tischen, in denen integrierte Touchscreens eingelassen waren.

Für jede der Vorführungen gab es ein Christie-Produkt, das die erforderlichen Aufgaben bewältigte, bestätigt Ransom. „So konnten wir problemlos jede Herausforderung angehen. Die Christie-Projektoren haben auch diesmal wieder voll und ganz meine Erwartungen erfüllt. Daher gibt es für mich weiterhin keinen Grund, auf andere Projektoren zurückzugreifen." Er fügte hinzu, dass sich der CP2000 als besonders effektiv für den weitläufigen Ausstellungsraum erwies, in dem die Gäste herumlaufen und mit den 3D-Inhalten interagieren konnten.

Auf die zwei von der Decke hängenden Leinwände projizierten vier Christie S+20K-Projektoren Hintergrundbilder, so dass die Gäste beim Abendessen Videos ansehen konnten. Schließlich wurde noch ein Christie Roadster HD18K in der Presse- und Medienlounge platziert, wo die Show übertragen wurde.

Die Spyders gehören bei VLS mittlerweile zur Standardausstattung in Sachen Steuerung. VLS war hierbei für Image Capture und HD-Kameras bis hin zu der HD-Bildprojektion durch Christie-Geräte verantwortlich. „Das hat sich hervorragend mit den Ventuz-Geräten ergänzt, die das Live-Rendering der Grafiken übernahmen", bestätigt Ransom.

Neben VLS, Ventuz, Stage One, three monkeys, die auch die interaktiven Pylonen lieferten und Eclipse, die für die Laser- und Energieverteilung verantwortlich waren und die HD8Ks lieferten, stellten auch andere weltweite Marktführer aus dem Technologiesektor ihre Ressourcen bereit und garantierten so, dass die Inszenierung zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Darunter war auch die Londoner Firma ESG, die für die Konstruktion verantwortlich war, Andy Jackson von Delta Sounds Dubai, der das Soundsystem entwarf, Arpege, die sich um die Beleuchtung kümmerten, Groupe F für das Feuerwerk sowie Stereolize, Atlas TV mit der Kamera mit Cineflex-Kamerakopf in einem Helikopter, Aquatique für die Wasserspiele, Crystal Group mit der Effektbeleuchtung, CFX17 für die Nebeleffekte, Electra Exhibitions mit der Dekoration, Bonsai Ninja mit grafischen Darstellungen, GioForma, die Filmmaster Events mit dem Design behilflich waren und Mediascreen, die alle bei der Umsetzung eine ausschlaggebende Rolle spielten.

Zusammenfassend erklärte Simon Ransom: „Der Bau der Universität dauerte zwei Jahre und die Planung der Eröffnung nahm sechs Monate Zeit in Anspruch – doch am Ende wurde alles innerhalb von nur drei Monaten vor Ort umgesetzt, für den großen Tag dieses unvergesslichen Ereignisses. Der anschließende Abbau dauerte einen Monat.“

Die Veranstaltung, die über die Website der KAUST im Internet übertragen wurde, wurde von Saudi Aramco finanziert, die auch für den Bau und die Leitung der Universität verantwortlich sind.

www.kaust.edu.sa

www.christiedigital.com