pl+s Interview: Wolfgang Garçon
Auf der prolight+sound: Wolfgang Garçon von Atlantic Audio über das DiGiCo SD 7 und ein Chamäleon.
DieReferenz: Herr Garçon, wie war Ihr gestriger Abend?
Wolfgang Garçon: Der gestrige Abend war einfach toll. Wir hatten ja hier unsere Messe-Party. Vor allen Dingen hat mir sehr gut gefallen, dass wir ein Team von motivierten Menschen zusammenstellen konnten, mit dem wir den ganzen Messetag von morgens um 8 Uhr bis nachts um 12 Uhr durchziehen konnten.
DieReferenz: Was hat Sie bisher besonders geärgert, verblüfft oder gefreut?
Garçon: Erfreut hat mich, dass ich auf der Messe noch niemanden getroffen habe, der schlecht gestimmt war, so wie in den Jahren zuvor. Ich habe nur mit Leuten gesprochen, die guter Dinge waren, gut motiviert und voller Zuversicht in dieses Jahr schauen.

DieReferenz: Was ist der wichtigste Unterschied zu Ihrem Messe-Auftritt letztes Jahr?
Garçon: Die prolight+sound ist, wie viele andere Messeveranstaltungen auch, weniger Ordermesse und mehr Kommunikationsplattform geworden. Obwohl sich unser Auftritt nur optisch in anderen Farben gestaltet hat, waren dieses Jahr Frequenz und Umsatz höher. Ich denke, dass unsere Ansprache im Markt, unser Markenangebot, Produktentwicklungen und interessante Innovationen attraktive Zugpferde sind. Das hat dazu geführt, dass passend zum Messetermin einige Entscheidungen gereift und Abschlüsse getätigt wurden.
DieReferenz: Was ist Ihr wichtigstes Produkt?
Garçon: Das neue DiGiCo SD7.
DieReferenz: Wie ist Ihr persönlicher Messe-Eindruck?
Garçon: Da kann ich nur generell sagen, wir hatten eine sehr positive Veranstaltung. Allerdings stelle ich fest, dass wir im Verhältnis zu unserer täglichen Arbeit immer weniger neue Kontakte hier in Frankfurt knüpfen. Die Menschen informieren sich heutzutage nicht nur zur Messezeit über Neuheiten und Trends. Und die Entwicklung der Kosten rund um die Messe, etwa die Hotelaufenthalte, führen dazu, dass einige Kunden die Messe sogar meiden oder ihren Aufenthalt auf das Nötigste beschränken.
DieReferenz: Wie sehen Sie Ihre Position im Feld Ihrer Mitbewerber?
Garçon: Das ist natürlich immer schwer einzuschätzen, weil man sich in erster Linie am Umsatz orientiert, aber ich glaube schon, sagen zu können, dass wir mittlerweile einer der größten unabhängigen Importeure im Pro-Audio-Bereich sind. So freue ich mich darüber, dass wir heute sehr gut dastehen.
DieReferenz: Sie führen hier ja viele Kundengespräche. Was war das interessanteste?
Garçon: Das interessanteste Kundengespräch war eines mit zwei jungen Leuten, die spontan auf mich zukamen. Normalerweise hätte ich gedacht, dass sie außer irgendeinem Prospekt nichts weiteres hier auf der Messe von uns wollen könnten. Und nach zehn Minuten war klar, dass diese beiden jungen Männer ein größeres Projekt realisieren und dazu gerne mit uns zusammenarbeiten würden. Das hat mich total erfreut, dass man ohne Vorurteile offen auf Menschen zugeht und sich mit ihnen interessant austauschen kann. Da kann man auch mal sehr überrascht werden.
DieReferenz: Wo auf der Welt erwarten Sie in diesem Jahr die höchsten Zuwachsraten?
Garçon: Das kann ich nicht vorhersagen. Es fällt mir schon schwer genug, den eigenen Markt seriös zu beurteilen, weil ich immer wieder feststelle, dass Aussagen, egal von wem, über die allgemeine wirtschaftliche Situation stark von eigenen Entwicklungen verzerrt sind. Und je weiter man von Deutschland weg geht, um so weniger hat man die Möglichkeit, das zu beurteilen.
DieReferenz: Stellen Sie sich vor, die Branche ist ein einziger großer Zoo. Welches Tier ist dann Ihre Firma?
Garçon: Ein Chamäleon.

