
Vom 2. bis 4. Oktober 2009 dreht sich im Rheintal zwischen Bacharach und Koblenz alles nur um die "Rheinpartie". Ein Besuch lohnt sich!
Kaum ein Ort in Deutschland ist geeigneter für Kunst-Projektionen als das Rheintal zwischen Koblenz und Rüdesheim. Die Nacht dort ist stockdunkel und sternenklar wie nirgends sonst. Ideale Bedingungen für Medienkunst, Schattentheater und Projektionen. Schlösser, Burgen, Gewölbekeller, ungenutzte Gebäude und Ruinen schaffen ein romantisches Ambiente, das viel erzählt über das Auf und Ab in Deutschlands Geschichte.
Der richtige Ort also für eine Rheinpartie mit dem Motto "... auf zu neuen Ufern" rund um den Tag der Deutschen Einheit vom 2. bis 4. Oktober 2009. Und was da alles geht: Am Kilometer 539 des Rheins projizieren Bürger und Vereine in Niederheimbach Bilder aus einem Jahr auf die Außenwand ihres Bahnhofs. In Bacharach, am Kilometer 543, gibt es - neben vielem anderen - eine Projektion des Bauvereins auf die Werner Kapelle, aber auch eine weitere Projektion namens "Unter Wasser", in der sich Helmut Lehwalder aus Lorch dem Thema Hochwasser widmet. Drei Kilometer weiter in Kaub werden Kauber Geschichten projiziert.

Ein Stück weiter lassen zwei Wort-Künstler am Loreley-Felsen einen Fluss von Wortprojektionen entstehen, aufeinander aufbauende Folgen von Wort-Assoziationen, die stetig über den Fels laufen, ehe sie den Fluss ein Stück begleiten. In St.Goarshausen werden Bilder auf den Stadturm projiziert und in der Altstadt die Vorfahren "auf die Gass' geschickt. Weiter geht's über St. Goar und all die anderen Orte bis Boppard und Koblenz, wo Kurzfilme an verschiedenen Plätzen in der Altstadt gezeigt werden.
Bei diesem "Projektionsfestival", wie es der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal selbst nennt, darf natürlich Christie als einer der großen Marken im professionellen Projektoren-Segment nicht fehlen.

So kommen Christie Projektoren zum Einsatz, wenn die französische Gruppe Skertzò die Ruine der Burg Rheinfels in einen begehbaren Projektionsraum verwandelt. Die Inszenierung, eindeutig der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung, ist zugleich die Deutschland-Premiere von Skertzò, die seit rund 20 Jahren Großprojektionen rund um den Globus realisieren. Legendär sind die Projektionen in Lyon, im Stade de France, La cathèdrale de Monet in Rouen oder die Inszenierung des Tempelbergs in Jerusalem.
Die Rheinfels wird dabei regelrecht verzaubert: Wo normalerweise die schwarzen Fensterhöhlen der Ruine klaffen, sind plötzlich die hell erleuchteten Prunkfenster wieder da, hinter denen sich höfisches Leben abspielt. Eine Feuersbrunst kommt auf, das Ganze purzelt als Kartenhaus in sich zusammen. Schwer beschreibbar, doch um so sehenswerter - die real gewordenen Phantasien von Skertzò. Dies ist auch die einzige Veranstaltung der ganzen Rheinpartie, für die Eintritt verlangt wird: 10 Euro, wobei man dafür unter anderem ein Gutschein-Heft mitnimmt.

Ebenfalls ins Spiel kommen Christie-Geräte, wenn der Projektionskünstler Ross Ashton von E/T/C aus London die Germania hoch oben über Rüdesheim in bewegte Bilder einhüllt. Ashton, der beim „The Golden Jubilee“ der Queen mitwirkte und das 800. Jubiläum der Cambridge University inszenierte, verwandelt die Germania in ein Symbol des friedliebenden Europas, wobei die Einhüllung durchaus in der Tradition der Christo'schen Verpackungskünste steht.
Eine kleine Vorschau für die Presse gab es schon am Abend des 30. Septembers 2009. Sprachlose, glückliche, zu Tränen gerührte und auch fassungslose Journalistinnen und Journalisten trifft man wirklich selten, hier waren sie zu sehen. Wer also Zeit hat, zwischen 2. und 4. Oktober 2009 zum Abend hin ins Rheintal zu fahren, der sollte das unbedingt tun. Es lohnt sich!