Unsichtbare Technik | Die Referenz
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Unsichtbare Technik


Daniel Libeskind hat das gläserne Dach über den Innenhof des Jüdischen Museums in Berlin gespannt. Amptown hat die unsichtbare Technik integriert.

Am 25. September wurde der neue Glashof des Jüdischen Museums Berlin mit einem offiziellen Festakt eröffnet. Entworfen wurde der Anbau, der ein gläsernes Dach über den Innenhof des u-förmigen, barocken Museums-Altbaus spannt, vom amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind.

Liebeskinds international renommierte Architektur steht für eine ganz besondere symbolträchtige Formensprache, die höchsten Anspruch an Material und technisches Können stellt. Das Ingenieurbüro Acoustic Design Ahnert (ADA) konnte gewonnen werden, mit seinen kreativen und konzeptionellen Ideen eine Ausschreibung für das Gewerk Medientechnik zu generieren. Amptown Sound & Communication hat sich bei der öffentlichen Ausschreibung des Jüdischen Museums für die Integration von Audio- und Medientechnik unter zahlreichen Anbietern durchgesetzt.

Mit dem Glashof schafft das Museum einen großen, ganzjährig nutzbaren Veranstaltungsraum für bis zu 500 Personen, der sich für Konzerte ebenso eignet wie für Podiumsveranstaltungen. Zudem wird er als Erweiterung des Eingangsbereichs und damit zur besseren Steuerung der Besucherströme genutzt. Beides ist zwingend notwendig geworden durch den ungebrochen hohen Besucherandrang, den das Jüdische Museum zu verzeichnen hat.


Mit seinem Entwurf „Sukka“ greift Daniel Libeskind ein im Judentum wichtiges Bild auf, wird doch das Laubhüttenfest „Sukkot“ seit der Zeit des Exils in Erinnerung daran gefeiert, dass die Israeliten während der Wüstenwanderung in Hütten gelebt haben. Die gläserne Konstruktion wird von vier freistehenden, 13 Meter hohen Stützenbündeln aus Stahl getragen, die sich wie Baumstämme in der Decke verästeln. Die Verästelungen und „Baumkronen“ setzen sich als Liniennetz in der Decke fort.

In diesen Entwurf sollte die Technik quasi unsichtbar eingebaut werden – eine Anforderung, die ASC audiotechnisch durch eine elektronisch steuerbare Schallzeile AXYS intellivox von Duran Audio, die in einem der Stützenpfeiler integriert ist, gelöst hat. Dieser einzelne Lautsprecher ermöglicht bereits eine hervorragende Sprachbeschallung trotz der verwendeten schallharten Materialien und des stringenten Entwurfes von Daniel Libeskind, da eine für verschiedene Veranstaltungsformen nötige Raumakustik geschaffen wurde.

Die Ansteuerung der Schallzeile erfolgt durch einen Medienwagen, der in anderen Räumlichkeiten des Museums entweder autark genutzt wird oder flexibel durch einen Anschluss in den Bodentanks des Glashofs in das Mediennetz des Hauses integriert werden kann. Ein weiterer Medienwagen steht separat für die vielfältigen Veranstaltungen des Hauses zur Verfügung. Beide Medienwagen enthalten Zuspieler, wie DVD-Spieler, Drahtlosmikrofone und ein manuell bedienbares Mischpult. Dieses kann aber im Bedarfsfall auch mal umgangen werden, zum Beispiel immer dann, wenn die Anlage automatisiert über ein Touchpanel über die digitale Audiomatrix gesteuert wird. Die Automation ist so bedienerfreundlich konstruiert, dass die Nutzer nicht unbedingt ausgebildete VA-Techniker sein müssen.

Die komplette Planung für die technische Ausstattung wurde durch das Büro Acoustic Design Ahnert Berlin, durchgeführt. In Zusammenarbeit mit ASC wurde die medientechnische Vorrüstung initiiert, das heißt die Verkabelung mit seitens des Hamburger Systemhauses gelieferten Bodentankanschlüssen und weiterer Gewerke von anderen Partnern, wie zum Beispiel die in den Dachträgern installierten Stangenhänger von LSS. Diese fahren motorisch aus der Decke, jeweils mit Anschlüssen für Audio-, Video-, Daten- und Lichttechnik und sind mit 230 Volt- und 400 Volt-Netzen ausgerüstet.

Kernanliegen der Planer war, von ASC eine Grundausstattung in Form von Mediensteuerung und ein Anschlusssystem zu bekommen, das eine digitale Audiokreuzschiene, Drahtlosmikrofone, die digitale Schallzeile, professionelle Video Scanconverter und die Medienanschlusswagen mit Signalen speist. So können Präsentationen direkt vom mitgebrachten Laptop des Vortragenden über VGA-cat6-Wandler an den Medienwagen geschickt werden. Im Medienwagen ist es möglich, durch einen Seamless Switcher von AnalogWay auf die native Auflösung des Projektors zu skalieren sowie für eine Profi-Präsentation ein- und auszublenden. Diese gesamte Audio-/ Video Infrastruktur ist so konzipiert, dass das Museumspersonal kleinere Veranstaltungen technisch völlig selbständig im Hause betreuen kann. Bei größeren Events wird zusätzliches Equipment gemietet, zum Beispiel Projektoren, Lautsprecher oder weitere Zuspieler, die jedoch eine professionelle technische Betreuung bedingen.


Der neue Glashof bietet nun ein Forum für Lesungen, Gespräche, Präsentationen und Aufführungen und ist dank seiner ungewöhnlichen und transparenten Konstruktion ein weiterer, attraktiver und ganzjährig nutzbarer Veranstaltungsraum für das Jüdische Museum. Für ASC ist dieser Auftrag ein Referenzprojekt, da die „Location“ angesichts so hochkarätiger Events wie die Verleihung des „Preises für Verständigung und Toleranz“ an Altkanzler Helmut Kohl und an den amerikanischen Historiker Fritz Stern sehr medienwirksam ist. Das Museum gehört nicht nur wegen seiner Thematik, sondern auch aufgrund Libeskinds „sprechender“ Architektur zu Berlins meistbesuchten Kulturstätten und bietet neben seiner Dauerausstellung „Zwei Jahrtausende Deutsch-Jüdische Geschichte“ und wechselnden Sonderausstellungen eine Bibliothek, ein Foto- und Dokumentationsarchiv sowie ein umfangreiches pädagogisches und kulturelles Programm.

Amptown Sound & Communication stellt integrierte Lösungen für Medientechnologie vom Consulting bis hin zum Service bereit. Mehr als 40 Mitarbeiter – Berater, Planer, Ingenieure, Sales- und Service-Spezialisten – arbeiten anforderungsgerecht und projektorientiert. ASC realisiert Systemlösungen für Eigenentwicklungen, Audio, Kommunikation, Video, Event und Broadcast und gehört zur Hamburger Amptown-Gruppe. Diese besteht des Weiteren aus der Amptown Cases GmbH und der Amptown Lichttechnik GmbH. Fotos: Jens Ziehe, Jüdisches Museum Berlin
www.amptown-asc.com