Take That Progress Tour 2011

15.11.2011


Take That waren unter anderem mit Martin Audio, DiGiCo und XTA auf ihrer sensationell erfolgreichen Progress Tour 2011 unterwegs.

 

Ende Mai startete die Progress 2011 Stadiontour von Take That als Kick-Off im Stadium of Light im britischen Sunderland. Hierbei handelte es sich um die bisher am schnellsten ausverkaufte Live-Tour in der U.K.-Musikgeschichte. Die Produktion der britischen Band hatte es sich zur Aufgabe gestellt, die hohe Erwartungshaltung von Millionen Take That Fans nach der Trennung der Gruppe von Robbie Williams 1995 und einmaligen Wiedervereinigung im Sommer 2011 in Originalbesetzung mit einer Show der Superlative zu befriedigen.

 

Take That 2011 auf DieReferenz.de

Fotos: Adriaan Van De Walt.
 

 

Für die akustische Performance der Band hatte der britische Verleiher Capital Sound ein umfangreiches Martin-Audio-System vorgesehen, dass zu einem imposanten Ring-Delay-System am Stadiondach angebracht war, um freie Sicht auf die beeindruckende Bühnenkonstruktion und extravagante Kulisse für die Take That Show zu gewährleisten. Dort bildete ein 20 Meter großer Menschenroboter einen atemberaubenden Blickfang. Ein langer Steg führte von der Bühne zu den Zuschauerplätzen im „Inner Circle“ des Stadions.

 

Inhaltlich ging es um die Evolution der Band vom Casting 1989 bis heute, also um den Fortschritt der früheren Boy Band zu einer weltbekannten Gruppe, die musikalisch mit einem Mix von Dancepop, Disco und Glamrock brilliert.

Die Band-Geschichte von damals bis heute wurde in eine ausgelassene Show choreografiert, unterstützt mit Effekten aus Licht, Feuer, Wasser und Tanzdarbietungen.

 

Für insgesamt 36 Stadien in Großbritannien, Irland und Europa hatte der britische Technikdienstleister Capital Sound die Verantwortung für Ton und Beschallung. In Deutschland traten Robbie Williams, Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und Jason Orange am 22. Juli im Imtech Stadion in Hamburg, am 25. Juli in der Esprit Arena in Düsseldorf und am 29. Juli in Münchener Olympiastadion auf. Alle Konzerte waren schon weit im Vorfeld ausverkauft.

 

 

Take That 2011 auf DieReferenz.de



Paul Timmins, Geschäftsführer Capital Sound beschreibt die PA: „Für die Take That Tour haben wir ein sogenanntes Ring-System konzeptioniert. Das Martin Audio System bestand aus vier gehangenen Martin Audio Longbow-Arrays für die Hauptbeschallung, dazu geflogene W8LS Subwoofer und als Groundstack WS218X Bässe.
 

 

Aufbau für Take That auf DieReferenz.de

 


Das Delay-Ringsystem variierte je nach Größe der Spielstätte, bestand jedoch hauptsächlich aus 88 Martin Audio W8LC Elementen. Die Verkabelung und die benötigten Verstärker für das Delaysystem waren modular aufgebaut, um auf die Anforderungen der einzelnen Spielstätten flexibel zu reagieren.

Dazu haben wir zusätzliche Lautsprecherkomponenten für größere Stadien, wie zum Beispiel das circa 90.000 Zuschauer fassende Wembley Stadion in London oder das circa 83.000 Zuschauer fassende San Siro Stadion in Mailand ergänzt. Die Zuführung der Audiosignale für das Delay-Ringsystem haben wir mittels unseres neuen Optocore-Systems realisiert, um mögliche auftretende elektrische Störungen (verschiedene Potentiale) zu vermeiden. Die Frontfill-Beschallung bestand aus 16 Martin Audio W8LM Mini-Line-Array-Elementen. Zur Kontrolle des PA-Systems haben wir 32 XTA DP226 als Lautsprecher-Management-System eingesetzt. Für die Verstärkung sorgten 220 Martin Audio System-Endstufen.“

 

 

Die PA bei Take That auf DieReferenz.de



Für die Produktion kamen vier DiGiCo SD7 und ein DiGiCo SD9 zum Einsatz. Drei SD7-Konsolen wurden allein bei Take That eingesetzt: eins in der FoH-Position, eins als Monitorkonsole für Take That und ein weiteres SD7-Pult als Monitorkonsole für die Band. Hinzu kamen ein SD7 sowie ein SD9 für die Pet Shop Boys als Support Act. Alle SD7-Konsolen waren über drei Digi-Racks via Fiber-Optic-Multicore vernetzt.

 

Gary Bradshaw mit Take That auf Tour auf DieReferenz.de

 


Als Toningenieure für Take That waren Gary Bradshaw am FoH  (oben im Bild) und Steve Lutley und Simon Hodge an den Monitorpulten im Einsatz. Gary Bradshaw arbeitete zum ersten Mal an einem SD7 und äußerte sich sehr zufrieden: „Die Aufteilung der Bänke in je zwölf Fader kam mir bei dieser Produktion sehr entgegen. Von der Bühne bekam ich 80 Inputs. Die Schlagzeugkanäle belegten eine Fader-Bank, die Band und die Stimmen hatte ich jeweils auf einer Bank angelegt. Meine VCAs lagen beim SD7 auf den mittleren Bänken. So hatte ich alles schön geordnet und schnell im Zugriff.“

Die Show war sehr komplex gestaltet und stellte in sogenannten Mini-Sets die Take-That-Ära als vier- und als fünfköpfige Band dar. Dazwischen performte Robbie Williams circa 30 Minuten lang die wichtigsten Hits seiner Solo-Karriere. Um all diesen Auftritten und auch mehreren instrumentalen Darbietungen sowie Kostümwechsel und Setänderungen Rechnung zu tragen, hatte Gary alle Songs als Snapshots programmiert. Einige davon bargen sogar mehrere Snapshots in sich.

„Alles, was ich zu tun hatte, war während der Show auf „Next“ zu drücken“, erinnerte sich Gary. „Ich habe Multiband-Kompressoren für einige der Stimmen und Ausgänge genutzt, dazu Multiband-EQs für letztere. Einfach, um den Klang ein wenig zu glätten. Das ist etwas, was ich bei meinem früheren DiGiCo-Pult in dieser einzigartigen Form nicht habe umsetzen können – so hörte es sich einfach toll an. Ich denke, dass das SD7 das beste Mischpult auf der ganzen Welt ist.“

Gary Bradshaw nahm jede Show via MADI auf: „Nach dem Aufbau vor Ort konnte ich jedes Stück spielen, ohne dass die Jungs oder die Band dabei waren. Das hat natürlich jede Menge Zeit bei den Soundchecks gespart.

Am Monitorpult erstellte Steve Lutley den fünfköpfigen Boys-Monitor-Mix auf einem SD7, während Simon Hodge dies für die Band auf dem zweiten Pult tat. „Bei einer Produktion dieser Größenordnung hat man oft das Gefühl, zu wenige Ausgänge zu haben. Aber das SD7 hat fast unbegrenzte Busse, so dass es für mich das einzige Pult ist, das so einen Job bewältigen kann“, erklärte Simon.

Sowohl Simon als auch Steve zeigten sich sehr zufrieden mit den im  SD7 integrierten Effekten und Makros. „Sie sind die idealen Werkzeuge, mit denen man perfekte Monitor-Mixe in den anspruchsvollen Umgebungen und wechselnden Stadiongrößen liefern kann“, ergänzte Simon. „ Die Pulte sind klasse, es war eine tolle Erfahrung, mit ihnen zu mixen und das sowohl im Betrieb als auch im Hinblick auf den einzigartigen Klang.“

www.atlanticaudio.de








 

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