ECHO Verleihung 2010

20.05.2010


Yamaha-Pulte punkten bei der Echo-Verleihung 2010 in Halle 18 der Berliner Messe.

Zur Verleihung des deutschen Musikpreises Echo kamen in diesem Jahr Stars wie Rihana, Robbie Williams, Sade, Gossip, Ke$ha, Peter Maffay, Xavier Naidoo und Jan Delay nach Berlin. In der Halle 18 der Berliner Messe fand die Verleihung statt, die Fernsehausstrahlung erfolgte live in der ARD. Der Echo wird seit 1992 von der Deutschen Phono-Akademie verliehen, und hat sich in seiner 19-jährigen Geschichte zu einem der wichtigsten weltweiten Musikpreise entwickelt.

Mit zwei Clicks auf das Bild wird der Überblick gleich noch viel größer.


Um den auftretenden Künstlern ein technisches Umfeld auf internationalen Niveau zu bieten, wurde mit zwei Audio-Crews gearbeitet. Jede Crew bestand aus FoH- und Monitor-Engineers, Bühnentechnikern, Drahtlosexperten und Stagemanagern. Ein Team kümmerte sich hierbei um alle musikalischen Programmpunkte, das andere Team betreute die Moderatoren, Gäste und Laudatoren. Zentrale Bedeutung kam den vier eingesetzten digitalen Yamaha-Konsolen zu.

Am FoH wurden Musik und Sprachbeiträge jeweils mit einem PM5D gemischt. Am Monitorplatz setzte man auf die Kombination von PM1D und einem PM5D-RH.
Das PM1D diente hierbei als Master-Konsole. Die 24 Mix-Sends vom PM5D-RH wurden via AES/EBU in das PM1D eingeschliffen, um so mit beiden Pulten auf die 32 Outputs des PM1D zugreifen zu können, da hier alle Monitorwedges und In-Ear-Systeme angeschlossen waren. Beide Konsolen hatten somit Zugriff auf alle Monitorwege.



Gute Laune vor Ort: Das Sound-Team mit Thomas Mudorf (rechts).


Alle Inputs wurden an der Bühne  gesplittet und analog für die Monitor-Pulte bereitgestellt. Um die fast 200 Meter zum FoH zu überbrücken, entschied sich die Tonabteilung unter der Leitung von Dennis Tholema für die Verwendung eines redundant ausgeführten Optocore-Glasfaser-Rings. Über diesen LWL liefen sowohl die rund 96 Inputs als auch die 48 Returns.

An der Bühne standen zu diesem Zweck gleich zwei separate Racks mit je sechs Yamaha AD8HR Wandlereinheiten, deren Signale per AES/EBU in das Optocore-System eingespeist wurden. Word-Clock-Master war das Optocore-System auf 48 KHz.

Der direkte Zugriff auf die abgesetzten Headamps erfolgte hierbei individuell über die FoH-Pulte, da das entsprechende Yamaha-Protokoll von Optocore unterstützt wird. Somit hatten alle vier Pulte für jeden Kanal einen eigenen Headamp mit entsprechender speicherbarer Gain-Kontrolle.



Imposanter Arbeitsplatz: Olli Voges.


Das  FoH-Team setzte sich aus Bernd Buthe (FoH Musik), Olli Voges (FoH Sprache) und Thomas Mundorf als System Engineer zusammen. Während für alle auftretenden Musik Acts mit individuellen Szenen im PM5D (Musik) gearbeitet wurde, ging es beim FoH-Sprache vor allem um den schnellen Zugriff. 

Dazu Olli Voges: „Bei einer Laudatio kann alles passieren. Wir hatten in den vergangenen zwölf Jahren von „Mikro im Mund“ bis „drei Meter vom Mikro entfernt“ gesprochene Reden. Als ein Laudator sich auf dem Mikro abstützte wurde es während der Live-Sendung auch schon mal aus seiner Halterung herausgerissen!“ Daher ist es wenig hilfreich, bei dieser Anwendung mit einzelnen Snap-Shots pro Laudator zu arbeiten.

Direkter Zugriff  ist immer erstes Gebot,
da gerade in einer Live-Sendung sich auch Abläufe einmal verschieben können. Alle wichtigen Moderatoren- und Laudatoren-/ Gäste-Mikros und sämtliche Zuspieler befanden sich auf dem ersten Layer des PM5Ds im direkten Zugriff. Daneben lagen Übersetzer und Kommentatoren und Off-Sprecher. Auf dem zweiten Layer befinden sich sowohl Regie- und Kommandomikros als auch spare Summen vom Ü-Wagen.

Gearbeitet wurde vornehmlich über Subgruppen, die jeweils für unterschiedliche Mikrofontypen vorentzerrt waren. Dadurch konnte  man auch schnell auf Mikrofonwechsel reagieren: Aus einem Headset X wurde durch ein verändertes Gruppen-Routing in nur wenigen Sekunden ein Handheld Y.

Alle Gruppen wurden in Matrix-Ausgängen zusammengefasst. Am FoH diente das PM5D für die Sprache als Masterpult. Hier wurden Sprach- und Musikmischungen der beiden PM5D-Mischpulte via AES/EBU zusammengefasst zum Systemcontroller geschickt.

Es gab die acht folgenden Ausspielwege: Eine Stereo-Matrix für Musik. Eine komplette Stereosumme mit Musik und Sprache als Ü-Wagen-Havarie. Eine Mono-Matrix für Sprache. Eine weitere Mono-Matrix für die Laudatoren-Mikros. Eine Mono-Matrix für die Auftrittsbeschallung. Der Subbass wurde über einen Auxweg angesteuert. Durch diese unterschiedlichen Ausspielwege ergab sich die Möglichkeit, selektiv Sprache und Musiksignale auf die verschiedenen PA-Systeme zu schicken.

Stets souverän am Pult: Wayne "Heights" Gittens.


Musikalische Beiträge kamen über die Haupt-Arrays und die drei Delay-Systeme in Stereo und erhielten ihren Richtungsbezug durch entsprechendes Time-Alignment.
Laudatoren wurden ebenfalls auf dem gesamten System wiedergegeben, zusätzlich gab es jedoch noch viele kleine Systeme, die für einen klaren Richtungsbezug zur Laudatorenposition sorgten.

Für die Auftrittsbeschallung wurden zahlreiche kleine aktive Systeme herangezogen. Da diese aus dem FoH-Pult gespeist wurden, konnten Feedbacks oder unbeabsichtiges Ansprechen ausgeschlossen werden. Ausschließlich Mikros, die im „On“ auf der Bühne im Einsatz waren, sind aktiv und genau in diesem Moment außerhalb des Bereiches der Auftrittsmonitore.

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