Die Leyendecker GmbH stellt sich in Eigenverwaltung neu auf. Der Veranstaltungsbetrieb läuft unverändert weiter.
Die Leyendecker GmbH stellt sich den Herausforderungen der aktuellen Zeit und hat beim Amtsgericht Wuppertal ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag am 22.07.26 entsprochen.
Der inhabergeführte Dienstleister für Veranstaltungstechnik mit Sitz in Wuppertal und einem weiteren Standort in Berlin nutzt das Verfahren als Chance, sich auf veränderte Marktbedingungen einzustellen und die wirtschaftlichen Grundlagen für einen profitablen Betrieb zu schaffen.
Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert die Sanierung gemeinsam mit erfahrenen Beratern der Kanzlei Buchalik Brömmekamp sowie der Unternehmensberatung plenovia GmbH voller Zuversicht.
Die Leyendecker GmbH ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit einer über 30-jährigen Erfolgsgeschichte. Seit der Gründung 1996 hat sich das Unternehmen zu einem etablierten und geschätzten Dienstleister mit Komplettangebot für Veranstaltungstechnik entwickelt. Über 130 Mitarbeiter planen und realisieren mit hoher Expertise technisch anspruchsvolle Veranstaltungen für Kunden unterschiedlichster Branchen.

Leyendecker stellt sich neu auf (Fotos: Marc Mandt / Leyendecker)
Betrieb läuft ohne Einschränkung weiter
Für Kunden und Partner ändert sich nichts, denn darauf legt Leyendecker besonderen Wert: Zugesagte Projekte werden an beiden Standorten mit dem bewährten Team und zu den vereinbarten Terminen in gewohnt hoher Qualität umgesetzt. Bestätigte Veranstaltungen finden ohne Einschränkung statt, und auch neue Aufträge nimmt das Unternehmen gerne entgegen. Wie bisher mietet Leyendecker bei Bedarf externes Personal und Material an, um den hohen Qualitätsstandard zuverlässig zu halten.
„Wir glauben an die Zukunft und dass wir das Unternehmen erfolgreich sanieren können. Unser Geschäftsmodell funktioniert seit fast 30 Jahren, und wir sehen bei Mitbewerbern, dass es auch in schwierigen Zeiten funktionieren kann“, erklären die Geschäftsführer Ingo und Marcus Leyendecker.
„Deshalb blicken wir mit großer Zuversicht nach vorn. Gemeinsam mit der Kanzlei BBR und der Unternehmensberatung plenovia werden wir das Unternehmen sanieren und wieder auf einen erfolgreichen Weg bringen.“
Rückhalt zeigt sich unter erschwerten Bedingungen
Zum Zeitpunkt dieses Artikels stellt die Leyendecker GmbH diese Kompetenz bei verschiedenen Kunden unter Beweis. Dies wäre nicht möglich, wenn nicht externes Personal, Materialverleiher und Kunden diesen Weg unterstützen würden. Natürlich gibt es Herausforderungen im Markt und in dem Verfahren, aber hier zeigt sich der Rückhalt auch in diesen Zeiten in der Branche.
Die Sanierung findet unter der Haube statt
In den kommenden Monaten werden Geschäftsführung und Sanierungsberater die erforderlichen Maßnahmen und Anpassungen an Prozessen und Strukturen gemeinsam umsetzen. Das Ziel der Eigenverwaltung ist, den Geschäftsbetrieb dauerhaft zu sichern und die wirtschaftliche Lage nachhaltig zu stärken.
„Die Chance eines solchen Verfahrens wollen wir nutzen und sind dankbar, diese Möglichkeit zu haben. Dafür werden wir die nötigen Schritte konsequent gehen, um auch in Zukunft aktiv für unsere Kunden, Mitarbeiter und Partner am Markt da zu sein.“
Marktveränderungen als Anlass für die Neuausrichtung
Auslöser für den Schritt sind die allgemein schwache Konjunktur, die Abhängigkeit von Kunden aus der Automobilbranche sowie spürbare Rückgänge bei allen Arten von Veranstaltungen, wie Messen, Kundenevents und Festivals.
Diese Entwicklung nutzt das Unternehmen nun gezielt als Ausgangspunkt für einen echten Neuanfang: Im Rahmen der Eigenverwaltung sollen die vorhandenen Kapazitäten noch besser ausgelastet, der Vertrieb weiterentwickelt und die Auftragsbearbeitung optimiert werden. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung offen über das Verfahren und die nächsten Schritte informiert.

Erfahrene Begleitung des Verfahrens
Die rechtliche Begleitung übernimmt Philipp Wolters LL.M., Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht bei BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte in Düsseldorf.
„In einer Unternehmenskrise geht es vor allem darum, wieder Kontrolle über die eigene Zukunft zu gewinnen. Die Eigenverwaltung eröffnet dafür den notwendigen Handlungsspielraum und schafft die Voraussetzungen für eine nachhaltige Sanierung im Interesse des Unternehmens und seiner Gläubiger“, so Wolters.
Die betriebswirtschaftliche Begleitung liegt bei Florian Dammers, Manager Finance bei der plenovia GmbH:
„Die Eigenverwaltung schafft den Rahmen, doch die eigentliche Sanierung entsteht durch konsequente operative Umsetzung. Jetzt gilt es, die wirtschaftlichen Potenziale des Unternehmens gezielt zu nutzen und die Voraussetzungen für dauerhaft profitables Wachstum zu schaffen.“
Zum vorläufigen Sachwalter wurde Herr Rechtsanwalt Frank Schwarzer von der Kanzlei AndresPartner vom Amtsgericht Wuppertal bestellt. Er begleitet das Verfahren unabhängig und überwacht die Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger.
„Die Leyendecker GmbH hat die Voraussetzungen für eine geordnete Sanierung in Eigenverwaltung geschaffen. Gemeinsam mit allen Verfahrensbeteiligten gilt es nun, den eingeschlagenen Restrukturierungskurs konsequent voranzutreiben und die eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich umzusetzen“, erklärt der Düsseldorfer Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht.
Unterstützt wird der vorläufige Sachwalter unter anderem von seiner Kollegin und Rechtsanwältin Julia Lieberman. Zusätzlich wurde ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingesetzt.
Über BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte
BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte ist eine auf Insolvenzrecht, Sanierung und Restrukturierung sowie Insolvenzverwaltung spezialisierte Wirtschaftskanzlei. Von sechs Standorten aus, mit Hauptsitz in Düsseldorf, berät und begleitet die Kanzlei mittelständische Unternehmen und Unternehmer bundesweit bei der Bewältigung wirtschaftlicher Krisen und der nachhaltigen Unternehmenssanierung. Interdisziplinäre Teams aus Rechtsanwälten, Betriebswirten und Ingenieuren arbeiten standortübergreifend eng zusammen.
Gemeinsam mit der Schwestergesellschaft plenovia GmbH entwickelt BBR integrierte Lösungen für Sanierung und Restrukturierung, die rechtliche, betriebswirtschaftliche und steuerrechtliche Aspekte miteinander verzahnen.
BBR hat bereits mehr als 300 Unternehmen in Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren nach dem ESUG sowie mehr als 30 Restrukturierungsverfahren nach dem StaRUG begleitet. Die Rechtsanwälte der Kanzlei werden zudem regelmäßig als Insolvenzverwalter oder Sachwalter bestellt und übernehmen in Eigenverwaltungsverfahren auch die Funktion des Sanierungsgeschäftsführers.
Zu den Mandanten zählen Unternehmen unterschiedlicher Branchen ebenso wie Banken, Investoren, Gläubiger und Organmitglieder. Die fachliche Expertise der Kanzlei wird regelmäßig in unabhängigen Rankings gewürdigt, darunter Best Lawyers, Handelsblatt, brandeins, JUVE, WirtschaftsWoche, Capital und FOCUS.
Über plenovia
plenovia erarbeitet als Unternehmensberatung Lösungen für mittelständische Unternehmen in wirtschaftlichen Krisensituationen. Das Beratungsportfolio reicht von der Gutachtenerstellung nach IDW S6 und einem Independent Business Review über die Sanierungsmoderation und das Restrukturierungsverfahren nach dem StaRUG bis zum Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung nach dem ESUG. Schwerpunkte sind neben der Eigenverwaltungsplanung die Bereiche Finance und Operations.
Über AndresPartner
Die Kanzlei AndresPartner, Rechtsanwälte & Steuerberater, Insolvenzverwaltung & Restrukturierung, Partnerschaft mbB („AndresPartner“) hat sich auf die professionelle Bearbeitung von Insolvenzverfahren spezialisiert. Die Partner der Kanzlei, darunter Rechtsanwalt Frank Schwarzer, werden von Insolvenzgerichten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg als Insolvenzverwalter und Treuhänder bestellt. In zahlreichen Verfahren stehen die Anwälte der Kanzlei Unternehmen und Organisationen auch als Sanierungsbeauftragte oder Generalbevollmächtigte zur Seite.
www.andrespartner.de


